Equus Erfahrungsbericht
Es ist natürlich unmöglich ein Theaterstück zu beschreiben, da es einfach zuviele Eindrücke sind, die auf einen einwirken. Da eine Inhaltszusammenfassung jedoch noch schlechter ist, versucht EWE euch auf dieser Seite anhand eines Erfahrungsberichts von Nathalie Equus nahe zubringen.
Für alle Unwissenden: Equus ist ein Theaterstück bei dem Harry Potter Darsteller Daniel Radcliffe die Hauptrolle spielt. Es gibt dazu ein paar Fotos in unseren Galerien: Equus.
Schauspieler:
Alan Strang – Daniel Radcliffe (auch Darsteller von Harry Potter)
Martin Dysart – Richard Griffiths (auch Darsteller von Onkel Vernon)
Hesther Saloman – Jenny Agutter
Jill Mason – Joanna Christie
Nathalies Bericht
Am 30.6.2007 hatte ich das große Glück Daniel Radcliffe in „Equus“ zu sehen. Ich saß in der fünften Reihe Mitte. Hatte somit alles perfekt im Blick.
Die Bühne ist relativ klein. In der Mitte ist ein Podest auf dem vier Kästen stehen. Die Bühne ist in einem Halbkreis angebracht. Sie wird soweit ich noch weiß von zehn Pferdeboxen eingekreist. Übrigens sitzen über der Bühne noch mal Zuschauer. Sie sehen also alles von hinten.
Erster Akt:
Um 19.45Uhr hat „Equus“ angefangen.
Die Lichter gehen aus, Nebel steigt auf und eine düstere Musik wird gespielt. Langsam kommt von hinten ein Pferd und stellt sich auf die Mitte des Podestes. Danach kommt Daniel, oberkörperfrei, auch von hinten und geht zu dem Pferd. Daniel schmiegt sich an das Pferd. Dann erlischt das Licht und Richard Griffiths, der der in den Harry Potter Filmen den Onkel Vernon verkörpert, kommt auf die Bühne. Daniel und das Pferd verschwinden. Nun wird nur noch Richard von dem Licht beleuchtet. Er fängt an zu erzählen. Von sich und Alan Strang.
Danach kommt eine neue Szene. Richard geht auf das Podest und eine andere Therapeutin, Hesther Saloman, kommt zu ihm und erzählt ihm von ihrem Fall, Alan Strang. Sie weiß nicht mehr weiter. Er habe zehn Pferde geblendet. Sie bittet Martin Alan als neuen Patient aufzunehmen. Bevor sie Martin Alan kennen lernt, redet er zuerst mit seinen Eltern. Während dem ganzen Stück wird klar, dass Alan komplett unterschiedlich erzogen wurde. Seine Mutter ist die Gläubige. Sein Vater ist der Strenge. Alan wurde nie aufgeklärt. Er hat keine Ahnung von dem Leben.
Die erste Therapiestunde ist sehr lustig. Martin fängt an Alan Fragen zu stellen und dieser singt nur. Immer dasselbe Lied. Es handelt von der Milkiebar. Man muss sagen Daniel singt wirklich ganz gut. Er traf jeden Ton. Aber es ist klar, dass er kein Sänger wird. Alan weicht Martin immer aus. Am Ende brüllt er ihm sein Lied ins Gesicht.
Nach mehreren Gesprächen mit Alans Eltern erfährt Martin, dass Alan Pferde liebt. Er hat ein wunderschönes Pferdebild über seinem Bett hängen, das er mit sieben Jahren von seiner Mutter geschenkt bekommen hat. Außerdem erzählen die Eltern, dass Alan immer Alpträume hat. Er würde im Traum immer „Eq, Eq,Eq“ schreien. Danach würde er aufwachen und sich vor sein Pferdebild knien und dann finge er an sich auszupeitschen. Während die Eltern das erzählen, sieht man auf dem Podest Daniel das nachstellen. Er schreit, kniet vor dem Bild und peitscht sich aus.
Das Verhältnis von Alan und Martin wird inniger. Alan fängt an Martin zu vertrauen. Aber wirklich viel erzählen will er immer noch nicht. Er tauscht die Rollen. Er will derjenige sein, der Fragen stellt. Nicht Martin. Martin lässt sich darauf ein. Alan fragt ihn, was er träumen würde. Martin erzählt ihm, er träume von Kindern. Er würde diese Kinder aufschlitzen… Danach fängt Alan an von seinem Traum zu erzählen. Man muss sich vorstellen immer während Daniel redet, stellt er das Erzählte nach. Er erzählt davon, dass er am Strand ist und das schöne Pferd von seinem Bild würde auf ihn zukommen. Gleichzeitig kommt das Pferd vom Anfang auf die Bühne und Daniel geht zu ihm hin. Er nennt ihn die ganze Zeit Equus. Seine Mutter hat ihm erzählt, dass Equus das lateinische Wort für Pferd ist. Er will auf Equus reiten. Daniel setzt sich auf das Pferd. Doch dann plötzlich kommen seine Eltern. Sein Vater reist ihn von Equus runter. Equus fängt an zu reden. (Alan erklärt Martin auch die ganze Zeit, dass die Pferde mit ihm reden.) Alan verletzt sich. Dann rennen seine Eltern weg… Alan ist wider bei Martin in der Praxis.
Martin erfährt von Hesther, dass Alan ein Mädchen im Stall kennen gelernt hat. Martin fragt Alan bei der nächsten Therapiestunde nach Jill. Er fragt, wie er sie findet, ob sie nett wäre usw. Alan wirkt gereizt. Wieder wird die Stelle vorgespielt. Man ist im Stall und Alan lernt Jill kennen. Sie zeigt ihm ihr Lieblingspferd. Sie zeigt ihm, wie man es striegelt usw. Sie flirtet leicht mit Alan. Danach lässt sie Alan mit dem Pferd allein. Er striegelt es und nennt es wieder Equus. Daniel zieht sein Oberteil aus uns steigt auf das Pferd. Er fängt an auf Equus zu reiten. Equus steht jetzt in der Mitte des Podestes. Langsam fängt das Podest sich an zu drehen. Alan fängt an zu rufen: „Equus my God. Equus my Jesus.“ Das Podest dreht sich immer schneller. Das Pferd reitet immer schneller. Die Lichter werden immer dunkler. Die Hufschläge werden immer lauter. Alan schreit immer mehr. Er freut sich. Er ist frei. Er erlebt einen Höhepunkt und dann knallt es. Daniel wirft
seinen Kopf zurück, streckt seine Arme aus. Es ist jetzt sozusagen die Pose von dem Plakat dargestellt. Also Daniels Oberkörper erleuchtet kurz in der Mitte der Bühne und dann erloschen alle Lichter. Der erste Akt ist beendet.
Zweiter Akt:
Man ist wieder in der Therapiestunde. Martin wird klar, dass Alan Equus für einen Gott hält. Das er von Equus besessen ist. Er bietet Alan eine Zigarette an. Die beiden sitzen auf den Kisten und rauchen und verstehen sich gut. Sie machen Witze. Das ist die übrigens auch die einzige Szene in der Daniel mal lacht. Also so richtig. Martin fängt wieder an Alan nach Jill auszufragen. Er will erreichen, dass Alan Mädchen sieht. Nicht nur Pferde. Wieder wird eine Szene vorgespielt.
Jill und Alan sind im Kino. Ein Liebesfilm. Doch der Vater von Alan ist auch im Kino und sieht die beiden. Es entsteht diese typische Szene, die wohl sehr viele kennen. Der Vater weiß nicht so recht, wie er mit Jill umgehen soll. Jill kann sich nur schwer das Lachen verkneifen und Alan ist alles sehr peinlich. Alan erklärt seinem Vater, dass er Jill noch Heim bringt. Auf dem Weg küssen sich die beiden. Jill erklärt Alan was für wunderschöne Augen er hat.
Martin fragt Alan, was er dabei fühlt, wenn er Jill ansieht. Alan sagt, er könne nur in ihre wunderschöne Augen sehen. Jill führt Alan in den Stall, wo sie sich ins Heu sitzt. Sie ruft Alan zu sich. Die beide fangen an sich zu küssen, doch jedes Mal wenn sie sich küssen, hört Alan ein Pferd wiehern. Er weicht Jill aus. Sie fragt ihn, was mit ihm sei. Er sagt, es sei nichts. Schließlich stehen beide sich gegenüber. Sie sind ungefähr fünf Meter voneinander entfernt. Martin sieht man nicht mehr. Man hört ihn nur noch. Die vier Kästen auf dem Podest sind zu einer großen Fläche zusammen geschoben wurden.
Alan und Jill sehen sich an und fangen an sich auszuziehen. Schließlich stehen sie sich komplett nackt gegenüber. Sie wirken sehr verunsichert. Sie gehen auf einander zu und umschlangen und küssen sich. Jill legt sich auf die Kästen. Sie werden so angeleuchtet , dass es aussieht als würde es sich dabei um Heu handeln. Jill liegt also da und Alan steht vor ihren gespreizten Schenkeln. Er bleibt fünf Sekunden stehen und dann geht er weg.
Alan wird sauer. Er wird agressiv. Er fängt an zu schreien. Er sagt Jill solle verschwinden. Jill fragt ihn, was denn los sei. Alan bedroht sie mit einem spitzen Gegenstand. Sie soll endlich verschwinden. Jill hat furchtbare Angst. Sie nimmt ihr Kleider und rennt vor Alan weg. Dieser rastet total aus. Völlig nackt rennt er von einer Pferdebox zur andern und sticht den Pferden die Augen aus. Das Licht flackert. Die Pferde wiehern auf, brechen aus ihren Boxen und Alan rennt weiter rum bis er alle Pferde geblendet hat.
Dann steht auf einmal Martin auf der Bühne. Alan wirft sich heulend in die Arme von Martin. Dieser bedeckt ihn mit einer Decke und versucht ihn zu beruhigen. Alan wird langsam ruhiger und schläft ein. Martin ist klar, dass er Alan nicht helfen kann. Er kann ihm Pillen geben, die ihn beruhigen, aber heilen kann er ihn nicht.
Auf einmal wird das Licht gedämpft und von oben kommen Pferdeköpfe und umkreisen Martin. Martin schreit auf. Er merkt, wie auch er von Equus eingenommen wird. Alan und er sind verloren.
Ende vom Stück.
Nathalies Einschätzung
Da das Stück auf Englisch war, konnte ich nicht alles wortwörtlich verstehen. Ich habe jetzt auch nur die wichtigsten Szenen beschrieben, die die einem im Kopf bleiben. Ganz genau weiß ich nämlich auch nicht mehr alles, da das Stück zweieinhalb Stunden ging und ich mich sehr darauf konzentrieren musste alles zu übersetzen.
Daniel war einfach großartig. Er ist wirklich ein ganz toller Schauspieler. Er spricht sehr deutlich und hat eine sehr schöne Stimme. Er sieht auch wirklich großartig aus. Er sieht so aus, wie auf denen Fotos, die für Equus gemacht wurden. Zurzeit sind seine Haare aber wieder etwas länger. Was ich aber noch sagen muss: ist er ist wirklich klein. Joanna Christie war sogar größer als er und sie ist schon sehr klein. Er ist höchstens 1,70m.
Er lebt diese Rolle. Ich muss aber auch sagen, dass mir aufgefallen ist, dass bei dem Applaus alles sehr nach Routine aussah. Daniel sah nicht gerade glücklich aus. Es war für ihn Routine…
Außerdem was ich sehr schlecht fand, er hat keine Autogramme mehr gegeben. Er ist sofort nach dem Stück abgehauen. Hat seine ganzen Fans da stehen lassen. Mit mir inbegriffen. Ich habe 162€ für diese Karte gezahlt und kam extra aus Deutschland und er haut einfach ab. Ich finde ein Star muss, ob er nun will oder nicht Autogramme geben. Was wäre er ohne seine Fans? Wir Fans standen über eine Stunde vor der Stage Door bis uns mal gesagt wurde, dass Daniel schon längst gegangen ist. Ich finde das nicht höflich von ihm und angeblich ist er doch so nett und höflich…
Ich weiß nicht was ich nun von ihm denken soll. Ich sehe ihn als tollen Schauspieler vor mir, aber sein Charakter hat jetzt einen Riss bekommen… Das ist meine Meinung. Natürlich bin ich aber froh, dass ich ihn gesehen habe. Ich weiß wie viele Fans davon träumen ihn zu sehen und ich hatte nun echt dieses große Glück.
Wie dem auch sei, Equus war weltklasse. Richard Griffiths war einfach der Wahnsinn. Als Onkel Vernon kann er sein wahres Talent gar nicht richtig zeigen, das finde ich sehr schade, da er wirklich großartig ist.
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