Wer ist Emma Watson?
Dieser Artikel existiert auch als druckbare Presse-PDF-Veröffentlichung: http://www.emmaempire.net/archives/galleries/media.de.40231.html
Wer ist Emma Watson?
Dieser Artikel befasst sich mit dem Mensch Emma Watson, nicht mit dem Star. Seit „Harry Potter und der Stein der Weisen“ hat sich Emma Watsons Leben radikal verändert. In diesem Artikel wird auch auf den Druckzuwachs auf Emma Watson eingegangen, den das Web 2.0 hervorruft.
Hallo Welt, ich bin Emma Watson
Zehn Jahre ist sie alt, sitzend auf einer Stuhllehne lächelt sie für die Fotografen, ein atemberaubendes Lächeln. Emma Watson ist das wohl glücklichste Mädchen Großbritanniens, wenn nicht gar der ganzen Welt: Am 23. August 2000 wird sie in der Londoner Pressekonferenz offiziell als Hermine Granger vorgestellt. Neben ihr zwei Jungen: Rupert Grint, der Rotschopf wird Ronald Weasley spielen, und Daniel Radcliffe, der inzwischen wohl bekannteste Jungendliche der Welt, wird Harry Potter sein Gesicht leihen. Im Hintergrund halten sich die zwei großen Männer der Potter-Filme: David Heyman, Produzent und Chris Columbus, Produzent und Regisseur der ersten beiden Filme. Beide waren Hauptverantwortlich für die Wahl der Schauspieler.
Etwas mehr als ein Jahr nach dem Emma der Weltöffentlichkeit vorgestellt wurde, war es soweit: „Harry Potter und der Stein der Weisen“ feiert am 4. November 2001 Weltpremiere in London. Emma ist erneut überglücklich: Lernt Cher kennen, trifft Jo Rowling, winkt in die Kameras und grüßt ihre Großeltern über das Fernsehen. Sie scheint jetzt das perfekte Leben zu haben.
Die Welt dreht sich
Es geht im Akkord weiter: Die Drehpläne sind streng und das britische Wetter macht das ganze nicht leichter. Emma ist mehr am Filmset als in der Schule, hier gibt es Privatunterricht. Keine Pausenblödeleien, kein Zettelschreiben, keine Freunde, außer den Schauspielerkollegen. Aber die sind irgendwie immer noch nur Kollegen, gute Kollegen zwar, aber die Freunde von zuhause können sie nicht ersetzen.
Wenn Emma doch mal die Schule besucht, dann flüstert es auf den Gängen „Wingardium Leviosa“. Neue Freunde kennenlernen? Schwer: Entweder denken alle Emma sei vollkommen hochnäsig, haben Angst sie anzusprechen oder hänseln sie ganz und gar.
In Interviews erzählt sie während der ersten beiden Filme oft, wie egal ihr diese Leute sind, sie hat doch ihre guten Freunde, die sich nie abgewendet haben. Diese Aussagen fangen aber langsam an zu verstummen. Spätestens während bzw. mit dem dritten Film.
Die Welt der Probleme
Lange ist es her, dass Emma im weißen Mini und lila Oberteil erstmals vor Journalisten trat. Sie kann sich kaum noch erinnern bzw. hat keine Zeit sich zurück zu erinnern, denn zu viele Informationen rasseln täglich auf sie ein. Interview hier, Premiere da, Pressekonferenz dort, Photcall schnell zwischen durch, auf keinen Fall unausgeschlafen zur DVD-Vorstellung. Als wenn dass alles nicht genug wäre, ist da noch etwas ganz anderes.
Leider ist es so, dass manche Dinge unsere Zeit bzw. Aufmerksamkeit verlangen ohne, dass wir das eine noch das andere haben. Irgendwann fängt man zum ersten Mal an über das eigene Leben nachzudenken, meist findet das nach oder während der Pubertät statt. Hier klammert man sich im Normalfall an gute Freunde. In Emmas spezieller Situation, dass sie unter anderem ihre Freunde selten sieht, wird sich das Gefühl der Leere, des Alleinseins, schnell breit gemacht haben.
Dank Alfonso Cuarón, dem Regisseur von „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“, hat sie jemanden mit dem sie über diese komplizierten Gefühle reden kann. Alfonso ist bekannt dafür, dass er ein gutes Einfühlungsempfinden für Jugendliche hat.
All diese Hilfe kann Emma jedoch nicht gänzlich überzeugen weiter im Harry-Potter-Film-Projekt zu arbeiten, da die privaten Einschnitte zu groß sind. Bis kurz vor Drehbeginn für „Harry Potter und der Feuerkelch“ denkt Emma über ihr Leben nach und hält sie sich mit einer Zusage zurück. Dann unterschreibt sie aber doch. Vermutlich hat hier noch der Aspekt eine Rolle gespielt, dass Emma befürchtet jemand anders könnte die Hermine Granger besser spielen als sie.
In Interviews zu diesem dritten Film, wird von Journalisten oft Salz in eine offene Wunde gestreut: „Emma, hast du einen Freund?“ Emma antwortet immer gleich: „Leider nein, ich habe echte Probleme Jungen kennen zu lernen, da sie Angst haben mich anzusprechen.“
Emma entdeckt ihre Leidenshaft für das Tanzen. Ihre Schule, die Headington School, die auch von der BBC und ITN Nachrichtensprecherin Julia Somerville besucht wurde, hat eine Tanzgruppe der Emma beigetreten ist.
Die Welt der Technik
Jeder hat eins, fast jeder nutzt es und alle leiben es: das Fotohandy. Es werden Fotos von überall und von jedem, in jeder Situation gemacht. Teilweise bekommt der Fotografierte das nicht einmal mit. Aber selbst die Digitalkameras sind inzwischen so klein, dass sie ähnliche Effekte hervorrufen, nur ist die Bildauflösung eine deutlich bessere.
Diese Kameras werden sehr oft auf Emma gerichtet: Beim Einkaufen, beim Essen gehen, nach Premiere, in allen nur erdenklichen Situationen. Es gibt auch Leute in Ihrem Freundeskreis, die diese Wunder der Technik besitzen. Und auf Feiern werden sie nur all zu gern benutzt.
Das alles wäre nicht schlimm wenn ein anderes Wunder der Technik nicht das Potenzial hat, all diese Bilder binnen Sekunden um den ganzen Erdball zu verteilen.
Die Welt der Informationsverbreitung
Das Internet ist wohl das zentrale Medium unseres Lebens geworden. Wer googelt denn heute nicht mehr nach dem gutaussehenden Kollegen aus der anderen Abteilung, wer unterhält sich denn nicht in Chatrooms, und wer speichert seine Fotos nicht als Album im Internet, um sie Freunden zur Verfügung zu stellen?
Die Bilder, die von Emma Watson gemacht werden, landen leider selten in privaten Fotoalben zu hause. Sie geraten sehr oft immer ins Internet.
Auf diese Weise hat Emma der Weltöffentlichkeit unfreiwillig bewiesen, dass sie einen exzellenten Biergeschmack hat, dass ihr schwarze Hotpants über einer pinken Strumpfhose super stehen, dass sie gern tanzt, auf Feiern durchaus schon einen Jungen geküsst hat und dass man auch auf Strohballen feiern kann.
Die Welt des Web 2.0
Überall hört man es, das Phänomen, was keiner eigentlich so richtig beschreiben kann: Web 2.0. Geprägt wurde dieser Begriff durch den Computerguru O'Reilly. Er beschreibt im Groben, dass es nicht mehr zwei Parteien im Internet gibt: Redakteure und Leser, sondern dass die Internetnutzer selbst zu Redakteuren werden, also selbst Inhalte veröffentlichen.
Letztlich ist es erst durch das Web 2.0 für die Menschen, so auch für die Fotografen von Emmas Privatbildern, möglich geworden ihre Fotos in das Internet laden, um sie mit anderen auszutauschen. Vorher hatte man nicht die Möglichkeit Inhalte so schnell und einfach online zu stellen.
Im Bezug auf Emma werden diese Bilder jedoch nicht nur verbreitet. Sie werden ganz und gar weiter verarbeitet, so findet sich im Internet eine Fülle an Bildbearbeitungen. Zum Beispiel Bilder auf denen man Emma mit allen Jungs sieht, die auf den privaten Fotos öfter auftauchen. Diese Bilder haben dann oft ziemlich eindeutige und makabere Überschriften.
Den Gipfel sieht man dann in den Videobearbeitungen: Im Prinzip sind das Diashows von privaten Bildern. Hier hat man zusätzlich die Möglichkeit Musik einzuspielen. Nun findet man diese Videos mit harmlosen Titeln wie „Get this Party startet“, leider sind einige der selbst erkorenen Regisseure der Meinung auch beleidigende Titel in diesem Zusammenhang spielen zu müssen. Die Krönung findet sich wohl in einem Video, in dem als Hintergrund „Stupid Girl“ (Dummes Mädchen) gespielt wird.
Die Welt der Fans
„[Die Fans] haben meine Haustelefonnummer, die Telefonnummer der Arbeit meiner Mom, die Telefonnummer der Arbeit meines Dads, beide Handynummern, meine Handynummer, ich musste meine Handynummer ungefähr fünfmal ändern. Sie haben mein Haus gefunden, sie folgen mir überall hin. (Nachdenkliches Schweigen) Aber ich denke das alles gehört mit dazu.“ (Emma Watson in „Showtime Setdown“ in der Zeit zwischen Film Drei und Film Vier)
Durch die neuen Möglichkeiten, die das Web 2.0 bietet, können Fans besser mit einander kommunizieren. Sie haben mehr Möglichkeiten Informationen auszutauschen, so kommen sie besser an sensible Daten, wie die Telefonnummern ihrer Stars.
Im Prinzip ist das eine Art des Stalkings, nur dass hier nicht tatsächlich der Person hinterher gejagt wird, sondern es ist eine Jagd nach Informationen über diese Person.
Fanseiten, wie Emma Watson Empire, gehen massiv gegen diese Form der Privatsphärenverletzung vor. Es ist zum einen Verboten jedwede Art von privaten Bildern und Videos zu veröffentlichen, zum anderen darf sich nicht über sensible Daten vom Emma Watson unterhalten werden. Natürlich kann der Informationsfluss nicht gänzlich unterbrochen werden. Vielmehr wird versucht diesen Informationsfluss zu verlangsamen und die Fans zu informieren, dass irgendwo ein Schlussstrich gezogen werden muss – egal wie interessant das sein mag, was herausgefunden werden kann.
Die Welt der Emma Watson
Werden all diese Komponenten betrachtet, kann erahnt werden, in welcher Situation Emma Watson sich mittlerweile befindet.
Andere Jungstars, wie Drew Barrymore („E.T.“) und Macaulay Culkin („Kevin allein zu Haus“), haben dem Druck der Presse und der Fans nicht stand gehalten. Sie sind in Alkoholismus und in andere Drogensüchte gestürzt. Keiner der beiden hatte den zusätzlichen Druck durch das Web 2.0
Weder Drew noch Macaulay mussten zusehen, wie sich ihre privaten Bilder in rasanter Geschwindigkeit über den Globus verteilen. Keiner der damaligen Fans hatte die Möglichkeit sich mit anderen Fans im großen Stil zu organisieren, um Telefonnummern, Adressen und andere sensible Daten heraus zu finden.
Mit all dem ist jedoch Emma Watson konfrontiert. Umso schöner ist es, dass sie weder Drogenprobleme hat, noch in anderer Weise „abgerutscht“ ist. Doch wartet auf sie schon das nächste Problem: Ab ihren 18 Geburtstag dürfen auch Paparazzi Jagd auf sie machen.
Auch die Bilder der Paparazzi verbreiten sich dank des Web 2.0 heute bedeutend schneller. Dies wurde jüngst bei Mary-Kate und Ashley Olsen beobachtet. Mary-Kate geht deshalb nie ohne zwei Leibwächter vor die Tür, außerdem hat sie ihr Studium in New York inzwischen abgebrochen und ist nach Los Angeles zurückgekehrt.
Es bleibt zu hoffen, dass Emma dem wachsenden Druck weiterhin stand hält. Des Weiteren kann man nur hoffen, dass die Fans, Emmas Freunde und alle anderen versuchen Emmas Privatsphäre zu wahren, damit sie ein halbwegs normales Leben führen kann. Denn wenn sie durch ihre Fans, die sie eigentlich tragen sollten, derartigen Druck erfährt, wird sie vielleicht unter diesem Druck zusammen brechen. Das wäre leider keine Seltenheit bei Jungstars.
Nur wenn Emma ein Leben mit Privatsphäre hat, findet sie die Kraft, die sie zur Arbeit braucht. Und das ist es doch, was wir uns schlussendlich alle wünschen: Emma mit ihrem atemberaubenden Lächeln und ihren tausend Gesichtern auf der Leinwand spielen zu sehen.
Dieser Artikel erhebt weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf sachliche Korrektheit, es wurde nicht versucht eine chronologisch korrekte Biografie zu verfassen, sondern Emma Watson als Mensch darzustellen. Der Artikel darf unter Nennung der Quelle zitiert werden. Übersetzungen dürfen veröffentlich werden, wenn sie vom Autor genehmigt wurden.
Über diesen Artikel
Über den Autor
Martin Geber ist seit Februar 2002 Webmaster einer Fanseite über Emma Watson: Emma Watson Empire (emmaempire.net). Er ist der weltweit einzige Webmaster, der sich diesem Thema über diese lange Zeitspanne angenommen hat.
Martin betreut die auf PHP und MySQL basierende Fanseite neben seinem Dualen Studium an der Europäischen Fachhochschule Brühl, wo er „Industriemanagement mit Schwerpunkt auf Wirtschaftsinformatik“ studiert. Sein Praxisteil absolviert er in einem Unternehmen der Verkehrsdatenerfassung, wo er für die Qualitätssicherung und datenbankbasierte Verkehrsdatenerfassung verantwortlich ist.
In seiner spärlichen Freizeit arbeitet er an anderen, Python und PostgreSQL basierten, Projekten.
Über Emma Watson Empire
Emma Watson Empire ist eine inoffizielle Fanwebseite, die sich im Allgemeinen mit dem Thema Harry Potter auseinandersetzt. Hierbei steht der Fokus stets auf die Hermine Granger Darstellerin Emma Watson. Die Seite wurde im Februar 2002 gegründet. Inzwischen zählen wir ca. 6.000 Besucher täglich, die monatlich über eine Million Page Views generieren. Zum Angebot Emma Watson Empires zählen tagesaktuelle Nachrichten, eine Galerie mit über 32.000 Mediendateien und ein sehr populärer Newsletter, der inzwischen an über 6.200 Abonnenten geschickt wird.
Die Webseite und all ihre Dienste stehen auf Englisch und Deutsch zur Verfügung. Screenreader-Unterstützung, sowie andere Technologien zur Barrierefreiheit werden unterstützt. Die Kosten von Emma Watson Empire werden durch Werbung gedeckt.
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Letzte Änderung dieser Seite: 27.12.2008, 16:34
Quellen: Emma Watson Empire