Professionelle Filmkritik zu HP3
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Es folgt eine professionelle Einschätzung des Films “Harry Potter und der Gefangene von Askaban”, die von dem freien Journalisten ![]()
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IRRE ENTFLOHENE AUF HOGWARTS
Filmkritik: Harry Potter und der Gefangene von Askaban
Zerzaustes Haar, ungepflegter Bart, verplombte Zähne: Die feiste Grimasse schüttelt den Kopf, lacht irre von den Fahndungsplakaten des Zaubereiministeriums und dem Titelblatt des „Tagespropheten“. Sirius Black (Gary Oldman) ist aus dem Askaban-Gefängnis ausgebrochen, als erster Zauberer überhaupt den Seelen saugenden Dementoren entkommen. Das dritte Jahr in Hogwarts, der Schule für Zauberei, beginnt für Harry Potter (Daniel Radcliffe) voller dunkler Verheißungen: Denn Black trachtet nach dem Leben des 13-Jährigen, so die Befürchtungen.
Action in der Zauberwelt
Zur Erinnerung: Harry Potter erlangte mit seiner Geburt Berühmtheit, weil der böse Magier Voldemort – eher genannt „Du-weißt-schon-wer“ – mit seinem Todeszauber an ihm scheiterte. Von diesem Kampf trägt Harry eine gezackte Narbe auf seiner Stirn. Bereits zwei Filmabenteuer durchlebte der Schüler. Im dritten Film „Der Gefangene von Askaban“ führte dabei das erste Mal Alfonso Cuarón Regie – und setzte eine eigene Note. Die Schüler tragen oft normale Teenagerkleidung, der Schuldirektor Albus Dumbledore (nach dem Tod von Richard Harris nun das erste Mal in dieser Rolle Michael Gambon) wirkt in Kleidung und Aussehen etwas hippimäßig. Ein vom Regisseur gewünschter Effekt. Insgesamt spielt sich fast die komplette Handlung dieses Mal rund um das Schulgelände ab. Viele neue Rollen kommen hinzu: Die Professorin für Wahrsagekunst, Sibyll Trelawney langweilt Harry, Ron und Hermine mit ihrem Unterricht, macht aber auch geheimnisvolle Vorhersagen. Dickbrillig, ulkig und unheimlich zugleich ist diese Rolle hervorragend besetzt mit Emma Thompson. Oder: Professor Lupin (David Thewlis), der in Verteidigung gegen die dunklen Mächte unterrichtet und doch selbst ein dunkles Geheimnis birgt. Er wird das verständnisvolle, warmherzige offene Ohr für Harry. Daneben gibt es jede Menge neuer Geschöpfe. Der Hippogreif Seidenschnabel ist dabei noch die angenehmste Erscheinung. Wird er achtungsvoll behandelt, entwickelt sich die Mischung aus Pferd und Adler zu einem tollen Flugzeug. Ein Werwolf, der „Grimm“ – ein Todesomen in Hundegestalt – und die Dementoren sind zumindest augenscheinlich weit weniger angenehme Zeitgenossen. Die Dementoren sind auf der Jagd nach dem entflohenen Häftling Sirius Black auch nicht abgeneigt, Harry die Seele auszusaugen. Am Ende des Films werden viele dieser Geschöpfe und Personen in einem anderen Licht erscheinen. Der große Showdown führt Harry mit Sirius Black zusammen, der für den Tod seiner Eltern verantwortlich sein soll. Und die Dementoren wollen wieder ein paar Seelen fressen. Für Spannung ist also gesorgt.
Vielschichtige Charaktere
In den Büchern von Joanne K. Rowling sind die Charaktere oft sehr ambivalent, schwer in ein Schema einfügbar. Alle Hauptdarsteller entwickeln auch im Film eine entsprechende Aura; die Filmbesetzung ist hervorragend. Besonders gut sind wieder die eher „dunklen“ Charaktere. Alan Rickman als Professor Severus Snape ist wieder einfach von hinreißender Bosheit und doch kommt hier auch neben der Abneigung gegen den Potter-Jungen die Angst um ihn gut zum Ausdruck. Ihm hätten noch ein paar zusätzliche Minuten vom Gesamtfilm gewidmet werden dürfen. Auch Gary Oldman ist in der Rolle des Sirius Black hervorragend, eine Mischung aus irre und verletzlich. Oder Darco Malfoy. Der Slytherin-Bösewicht wird vom 16-jährigen Tom Felton hervorragend in Szene gesetzt, seine mittlerweile achtjährige Schauspielkarriere wirkt sich in seiner Spielkraft augenscheinlich aus. So spielt er Szenen voller Gehässigkeit genauso souverän, wie geradezu bemitleidenswerte Angstzustände. Die Hauptdarsteller Daniel Radcliffe (Harry) und Emma Watson (Hermine) entwickeln sich ebenfalls aus ihrer – sicherlich auch altersbedingten – Eindimensionalität der ersten beiden Filme heraus. Insbesondere Emma Watson macht ihre Arbeit gut, wenn auch das „Neunmalkluge“ dieses Mal fast ein wenig zu knapp bemessen ist.
Gesamtkritik
Insgesamt wird der Film trotz seiner Überlänge nie langweilig. Viel kindgerechte Action hält den Zuschauer in einer wunderbaren Zauberwelt. Einen Kritikpunkt gibt es aber doch: Der Entwicklung der Charaktere wird zugunsten einer noch nicht einmal originalgetreuen Nacherzählung der Rowling-Romane viel zu wenig Raum gegeben, wodurch der Film insgesamt wesentlich oberflächlicher daherkommt als die beiden Vorgänger. Der dritte Harry-Potter-Film bleibt dabei nicht der letzte. Mindestens vier Teile werden noch folgen. Und wir „Muggel“ dürfen uns auf diese Zauberfilme freuen, wenn sie in vergleichbarer Qualität abgedreht werden wie bisher.
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Diese Filmkritik wird von der Website ![]()
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Infokasten:
Großbritannien 2004
Originaltitel: Harry Potter and the Prisoner of Azkaban
Freigegeben (FSK) ab 12 Jahren
Dauer: etwa 2 ½ Stunden
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Regie: ![]()
Verleih: Warner Bros. Pictures![]()
Dt. Kinostart: 3. Juni 2004
Letzte Änderung dieser Seite: 08.07.2004, 15:57
Quellen: Jörg Stroisch